
Wie mannigfaltig die Parallelen zwischen seinem Sport und der Firmenwelt sind, hat Stefan Glowacz hautnah erfahren, als er sein eigenes Unternehmen RED CHILI gründete. Denn obwohl für ihn die Geschäftswelt letzt- lich neues Terrain bedeutete, war ihm die Rolle des leiden- schaftlichen Strate- gen mit dem Mut zur Flexibilität nicht neu: „Auch bei einer Expedition definiert man Ziele und versucht, diese umzusetzen.”
Auf den Führungs- kräfteseminaren und Inspirationsvorträgen geht es deshalb um wirtschafts- und gleichzeitig expe- ditionsspezifische Fragen: Wie wichtig ist gute Vorbereit- ung? Wie weit weicht wiederum die Realität von der Planungs- phase ab und wie spontan muss eine Reaktion folgen? Weshalb kann eine komplexe, häufig un- erwartet auftretende
Herausforderung eine Chance sein? Steht man mit voller Leidenschaft hinter dem Projekt oder geht es nur um Gewinnmaximierung? Mit welcher körper- lich fast zerstörer- ischen Härte manche Manager dabei gegen sich selbst vorgehen, stellt jeden Extrem- sportler am Fels in den Schatten. Wie dem Expeditionsteil- nehmer steht auch hier nur ein begrenz- tes Maß an physi- schen Ressourcen zu Verfügung. Welche Motivation treibt die finanziell oft abgesicherten Führungskräfte an, Raubbau an der eigenen Gesundheit zu betreiben? Wann gibt man mehr als 100 Prozent und in welchen Situationen ist das Scheitern überlebens-notwendig?
Glowacz spürt aber auch moralischen Fragen nach. Inwie- weit sind unerlaubte Mittel im Spitzen- sport wie in der Wirt- schaft legitim? Ist das im Bergsteigen als „by fair means” bekannte Ideal im unternehmerischen Alltag überhaupt haltbar?
Nicht klar definierte Antworten auf diese Fragen sind das Ziel, sondern das Eröffnen neuer Sichtweisen.